Kreativität

Als Kinder sind wir auf natürliche Weise kreativ. Alles, was wir mit den Händen anfassen und berühren, verwandelt sich in kreatives Tun und experimentelles Ausprobieren.

Wir trällern den Tag über frei und fröhlich erste Laute und später Worte vor uns hin. Wir probieren Lautstärke, Tonhöhe, Rhythmus und Intonation aus. Wir singen begeistert erste Kinderlieder, die wir unablässig wiederholen.

Wir bewegen uns durch Raum und Zeit wie Tänzer und Tänzerinnen, testen verschiedene Richtungen, Geschwindigkeiten und Ebenen sowie die Ausdrucksmöglichkeiten unseres Körpers.

Wir malen wilde Kunstwerke auf Papier und kennen kein Richtig und Falsch. Wir schreiben kleine Gedichte und Briefe an unsere beste Freundin oder unseren besten Freund.

Das freie Spiel ist in der Kindheit die wichtigste Tätigkeit für unsere Entwicklung und wir tun es mit dem absolut notwendigen Ernst.

Wenn wir in die Schule kommen – spätestens – wird unsere Kreativität verglichen, bewertet und kategorisiert. Dadurch verlieren wir nach und nach unsere Spontaneität. Manchmal werden wir in unserer Kreativität durch andere Menschen zutiefst beschämt.

Im Erwachsenenalter haben wir uns daher eventuell noch einen kreativen Bereich erhalten, in dem wir uns sicher und kompetent fühlen. Vielleicht weil uns als Kind ein Elternteil darin gelobt hat. Die anderen Bereiche haben wir seit der Schulzeit nie wieder gewagt, weil wir uns für unfähig halten oder keinen Sinn und Zweck darin sehen.

Wer sich aber seiner Kreativität zuwendet, erfährt zwangsläufig eine Erweiterung seines Selbst. Kreativität wirkt immer heilend und heilsam und beflügelt die Lebensfreude.

Kreativität ist direkter Ausdruck unseres authentischen Selbst. Im kreativen Tun erkennen und erfahren wir, wer wir in Wirklichkeit sind.