Das vegane Leben, eine Entscheidung für Liebe

Die Entscheidung vegan zu leben hat mein Leben vor einigen Jahren auf besondere Weise verändert. Sehr bald, nachdem ich mich entschlossen hatte und das vegane Leben lebte, fühlte ich mich in nahezu allen Lebensbereichen freier, leichter und sicherer. Damals war mir noch nicht klar, woran das liegen könnte. Ich nahm es zufrieden zur Kenntnis.

Entscheidungen haben eine starke Wirkung, weil sie Klarheit und Eindeutigkeit schaffen. Wir neigen vielleicht gerade wegen dieser immensen Kraft von Entscheidungen dazu, uns oftmals um sie herum zu drücken.

Die wunderbare Wirkung meiner Entscheidung auf mein Lebensgefühl, habe ich später darauf zurückgeführt, dass ich näher Richtung meiner inneren Überzeugung (Gewaltfreiheit) rückte. Das ist ein wichtiger Aspekt, man kann es aber noch viel einfacher ausdrücken –  Gewaltfreiheit ist ein Ausdruck von Liebe.

Mit dem veganen Leben habe ich mich für Liebe entschieden.

Wir alle lieben Tiere. Insbesondere junge Tiere wie Ferkel, Lämmer oder Kälbchen. Menschen, die sagen, dass sie diese zarten und unschuldigen Lebewesen nicht lieben, haben sich in meinen Augen sehr weit von ihrem authentischen Wesenskern entfernt. Es ist selbstverständlich Tiere zu lieben. Wer mit einem Haustier zusammenlebt, weiß wie viel Liebe in der Beziehung zu diesem Wesen steckt.

Wahrheit ist immer einfach und eine spirituelle Weisheit besagt, dass es im Leben immer zwei Wege gibt: Angst oder Liebe. Alle spirituellen Traditionen gehen davon aus, dass Liebe der Weg ist, der uns befreit und Gott näher bringt oder wie wir eine höhere Dimension nennen möchten. In den buddhistischen Traditionen gibt es die „loving kindness“- Meditation, die durch die liebevolle Achtsamkeit für alle Lebensformen auch das eigene Leid verringert.

Mit meiner Entscheidung für das vegane Leben, fielen zahlreiche Ängste von mir ab, mit denen ich mich bisher herumgeplagt hatte. Auch das ist bezeichnend, denn Liebe und Angst schließen sich gegenseitig aus. Ich hatte Liebe gewählt und Angst lies von mir ab.

Liebe entspricht unserem authentischen Selbst, während Angst dem Ego entstammt. Das Ego ist diese selbstsüchtige und kontrollierende Instanz in uns, die sich abgetrennt von jeder transzendenten Dimension erlebt und durch Angst, Macht, Konkurrenz sowie Mangelgefühlen und -gedanken genährt wird. Auch das erklärt, warum eine verhältnismäßig einfache Entscheidung für mehr Liebe eine so starke Wirkung erzielt.

In den Jahren darauf kam es zu weiteren Entscheidungen, bei denen ich Liebe wählte. Ich stellte daraufhin regelmäßig „kleine Wunder“ fest, meist im ganz Alltäglichen – Dinge, die sich wie von selbst lösten, Menschen, die mich liebevoll unterstützen oder denen ich mich von der ersten Begegnung an verbunden fühlte. Noch dazu fremde Menschen, die mich auf der Straße freudig anstrahlten.

Seitdem weiß ich, dass es zwei völlig unterschiedliche Lebensperspektiven gibt (Liebe oder Angst) und dass wir die Wahl haben.

Wir können uns für ein liebevolles und harmonisches Leben entscheiden.